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5. Klimakongress: Sachsen ist wie auch andere Regionen bereits allen wissenschaftlichen Modellrechnungen zum Klimawandel enteilt

Samstag, 3. Dezember 2011

 

Hermenau: Damit sich etwas ändert, müssen wir weg von einer gnadenlosen Fixierung auf das ‚Ich und sofort’ hin zu einer Verantwortung für alle

Zum Start des 5. Sächsischen Klimakongresses der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unter dem Motto "Klimaschutz - Chancen für Sachsen" rief Antje Hermenau, GRÜNE-Fraktionschefin, dazu auf ein anderes Bild von Gesellschaft zu entwerfen.

"Wir müssen die jetzige Wirtschafts- und Wachstumskrise nutzen, von der gnadenlosen Fixierung auf das ‚Ich und sofort’ zu einer Verantwortung für alle zu kommen. Die Kosten werden sonst für uns alle unüberschaubar.
Damit meine ich nicht nur die materiellen, sondern ebenso die Kosten für unsere Gesellschaft und unsere Umwelt. Mit unserer jetzigen Art zu wirtschaften, hängt der dramatische Anstieg der CO2-Emissionen direkt zusammen."

Wilfried Küchler, Klimaforscher am Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Gastreferent auf dem Klimakongress pflichtet ihr bei. "Derzeit übertreffen die CO2-Emissionen sämtliche "worst-case-Modelle" der Wissenschaftler. Das Ausmaß und vor allem die Geschwindigkeit des Klimawandels bereiten uns größte Sorgen. Das vergangene Jahrzehnt war regional und global mit Abstand das wärmste, das jemals gemessen wurde."

"Die Folge ist, dass bereits jetzt Entwicklungen eingetreten sind, die selbst für uns Wissenschaftler in dieser Geschwindigkeit nicht vorhersehbar waren. Dazu gehört das Schmelzen des arktischen Eises, aber auch der regionale Temperaturanstieg. Sachsen ist wie auch andere Regionen bereits allen Modellrechnungen enteilt."

"Wir in Sachsen beobachten schon jetzt Veränderungen, die erst für die Mitte des Jahrhunderts erwartet wurden. Und das alles nur bei einer globalen Temperaturerhöhung von 0,8 Grad Celsius. Momentan kann sich niemand ausmalen, was bei einer Temperaturerhöhung von zwei bis sechs Grad Celsius in nur 100 Jahren passieren wird."

Dabei geht es längst nicht mehr darum, ob wir im Erzgebirge Ski fahren oder länger baden gehen können. Es geht um eine existentielle Bedrohung für uns alle."

Sowohl Hermenau als auch der Diplom-Meterologe Küchler warnten davor jetzt
zu resignieren: "Wenige haben oftmals viel bewegt, das ist auch heute möglich. Wir können zwar mittlerweile viele Entwicklungen durch den Klimawandel nicht mehr abwenden. Aber wenn wir jetzt handeln und unsere ganze Kraft investieren, können wir Geschwindigkeit und Ausmaß begrenzen."

Hintergrund:


In sieben Foren werden unter anderem die Rolle des Schienenverkehrs in
Zeiten der Energieverknappung, sozialökologische Alternativen zum
Wirtschaftswachstum und Windenergieausbau diskutiert. Zu den emotionalen
und gesellschaftlichen Aspekten der Umwelt- und Klimapolitik hielt Martin
Unfried, preisgekrönter Kolumnist der taz, den Abschlussvortrag des
Klimakongresses.

 

Quelle: Pressemitteilung Landtagsfraktion


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